Projekt umA

Unbegleitete minderjährige Asylsuchende (umA)
Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. betreut seit Februar 2015 im Auftrag des Jugendamtes der Stadt Trier und in Kooperation mit dem Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg unbegleitete minderjährige Asylsuchende (umA).
Dahinter stehen viele, oft dramatische Einzelschicksale junger Menschen, die aus höchster Not und völlig auf sich allein gestellt in Trier angekommen sind. Entweder wurden die 14- bis 17jährigen Jungen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft von ihren Familien allein auf die Reise geschickt oder sie wurden auf der Flucht von ihren Angehörigen getrennt. Manche haben aber auch miterleben müssen, wie ihre Eltern ermordet wurden, andere wurden als Kindersoldaten zwangsrekrutiert oder auf andere Weise missbraucht, misshandelt oder instrumentalisiert.
Die Jugendlichen stammen hauptsächlich aus Syrien oder Afghanistan. Durch das Jugendamt wird zunächst die Vormundschaft übernommen und die jungen Menschen werden in Wohngruppen untergebracht. Derzeit werden im Palais e.V. ca. 70 Jugendliche im Rahmen des sogenannten Clearingverfahrens begleitet. Das Clearingverfahren dauert zwei Monate. Während dieser Zeit wird unter anderem der Jugendhilfebedarf ermittelt und die ersten Schritte zu einem möglichen Asylantrag gegangen.
Die Betreuung der jungen Flüchtlinge erfolgt an verschiedenen Standorten innerhalb des Trierer Stadtgebiets. Um sie an einen strukturierten Alltag heranzuführen, besuchen die Jugendlichen vormittags einen Sprachkurs. In dieser Zeit lernen sie die deutsche Sprache kennen und bekommen allgemeines Alltagswissen nahegebracht, um sich schnell in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Darüber hinaus wird ihnen durch die pädagogischen Mitarbeiter ein Verständnis für mitteleuropäische Werte und Normen vermittelt. Neben der Heranführung an einen strukturierten Alltag stehen freizeitpädagogische Maßnahmen ebenso im Fokus, um den Jugendlichen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie Entlastung von ihren traumatischen Erfahrungen im Heimatland oder auf der Flucht finden können. Zu dieser Erstversorgung zählen zudem die Begleitung zu Behörden und eine medizinische Grundversorgung.
Das vorrangige Ziel ist es, jungen Menschen ohne familiären Rückhalt und mit vielen einschneidenden Erlebnissen „im Gepäck“ ein erstes sicheres Ankommen und herzliches Willkommen zu bieten.

Ihre Ansprechpartner:
Stefanie Arweiler
Marius Graf

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